{"id":5653,"date":"2025-04-23T11:15:04","date_gmt":"2025-04-23T09:15:04","guid":{"rendered":"https:\/\/esmfoundation.org\/?p=5653"},"modified":"2025-04-23T11:15:06","modified_gmt":"2025-04-23T09:15:06","slug":"exportkontrollen-auf-seltene-erden-und-ihre-auswirkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esmfoundation.org\/de\/2025\/04\/23\/exportkontrollen-auf-seltene-erden-und-ihre-auswirkungen\/","title":{"rendered":"Exportkontrollen auf Seltene Erden und Ihre Auswirkungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Bild: David Gray\/Reuters<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 4. April hat die chinesische Regierung eine neue Regulierungsstrategie implementiert, die den Export sieben schwerer Seltener Erden einschr\u00e4nkt. Exporte brauchen zuk\u00fcnftig eine Lizenzierung; einige amerikanische Unternehmen im Verteidigungssektor sind f\u00fcr solch eine Lizenzierung ausgeschlossen. Bis die Lizenzen erteilt werden, wurde der Export dieser Seltenen Erden komplett gestoppt. Die betroffenen Metalle sind essenzielle Bestandteile vieler technischer Anwendungen und betreffen sowohl zivile als auch milit\u00e4rische Sektoren weltweit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum diese Einschr\u00e4nkungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Massnahmen sind mutmasslich eine Reaktion auf die k\u00fcrzlichen drastischen Zollerh\u00f6hungen durch die USA unter Pr\u00e4sident Trump, die am 2. April in Kraft traten. China reagiert damit auf den eskalierenden Handelskonflikt zwischen beiden Nationen. Die betroffenen Metalle, darunter Samarium, Gadolinium und Dysprosium, sind zentral f\u00fcr die Herstellung von Motoren und anderer hochspezialisierter Produkte in der Automobil-, Luftfahrt- und Elektronikindustrie. China dominiert diesen Markt und verarbeitet fast alle schwereren seltenen Erden auf dem Markt. Dies verschafft China eine starke Verhandlungsposition im globalen Handel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auswirkungen dieser Exportkontrollen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Firmen m\u00fcssen weltweit mit Produktionsunterbrechungen aufgrund unklarer Lieferbest\u00e4nde rechnen. Die zeitlichen Abl\u00e4ufe von Produktionsst\u00f6rungen bleiben aufgrund unterschiedlicher Lagerbest\u00e4nde und der genauen Dauer des Exportstopps schwer vorhersehbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der geringen wirtschaftlichen Bedeutung der Exporte dieser Metalle f\u00fcr China verursachen die Kontrollen kaum wirtschaftlichen Schaden f\u00fcr China. Mit einem Handels\u00fcberschuss von fast einer Billion USD exportiert China weit mehr, als es importiert, was den Druck auf die Weltm\u00e4rkte erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>2010 setzte China den Export Seltener Erden nach Japan aus, nachdem es zwischen den beiden Staaten zu einem Streit um Hoheitsgew\u00e4sser gekommen war. Sp\u00e4testens seither suchen auch viele andere L\u00e4nder nach M\u00f6glichkeiten, die eigene Produktion und Verarbeitung von seltenen Erden ausbauen. Zudem wird in M\u00f6glichkeiten investiert, die Substitution voranzutreiben. Die EU hat mit dem 2024 in Kraft getretenen <a href=\"https:\/\/single-market-economy.ec.europa.eu\/sectors\/raw-materials\/areas-specific-interest\/critical-raw-materials\/critical-raw-materials-act_en\">Critical Raw Materials Act<\/a> Massnahmen ergriffen, um bis 2030 den Eigenbedarf an sogenannten \u201cstrategischen Rohstoffen\u201d \u2013 darunter die Metalle der Seltenen Erden \u2013 signifikant zu erh\u00f6hen. Ein Problem bleibt der Zeitfaktor: Sowohl die Er\u00f6ffnung neuer Minen, die Etablierung von Handelspartnerschaften, Substitutionsmassnahmen als auch Recyclingsysteme sind langwierige (und kostenintensive) Unternehmungen, die oft mehrere Jahre bis zur Markt\u00fcbernahme brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz importiert die betroffenen Rohstoffe zu 100 Prozent. Obwohl es sich bei den Importen von Seltenen Erden in Reinform um relativ geringe Mengen handelt, sind die Firmen auf Komponenten und Technologien angewiesen, die solche Seltenen Erden enthalten \u2013 oft stammen diese aus der EU, welche wiederum in vollst\u00e4ndiger Abh\u00e4ngigkeit zu China steht. Eine Analyse der Abh\u00e4ngigkeiten und Risiken ist daher dringend notwendig, um potenzielle Versorgungsengp\u00e4sse zu identifizieren und zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lesen Sie dazu den <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/ausfuhrkontrollen-auf-seltene-erden-sind-das-liebste-drohmittel-der-chinesischen-regierung-ld.1880317\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Artikel in der NZZ vom 19. April<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild: David Gray\/Reuters Am 4. April hat die chinesische Regierung eine neue Regulierungsstrategie implementiert, die den Export sieben schwerer Seltener Erden einschr\u00e4nkt. Exporte brauchen zuk\u00fcnftig eine Lizenzierung; einige amerikanische Unternehmen im Verteidigungssektor sind f\u00fcr solch eine Lizenzierung ausgeschlossen. Bis die Lizenzen erteilt werden, wurde der Export dieser Seltenen Erden komplett gestoppt. 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